Josefine Soppa

(c) Harriet Meyer
... erhält den WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis für ihren Text „Klick Klack der Bergfrau erwacht“. „Josefine Soppa stellt auf überzeugende Weise die Frage danach, was wir bewahren können, wenn sich ein Ende der Sprache ankündigt“, so die Jury.
Josefine Soppa (*1988) ist Autorin und lebt in Berlin. Für ihr Schreiben wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis für Prosa beim open mike 2020, dem Stipendium der Jürgen Ponto-Stiftung 2021 und dem Förderpreis Literatur des Landes NRW 2023. Ihr Debütroman „Mirmar“, der sich mit den prekären Bedingungen unserer Arbeitswelt beschäftigt, erschien 2023 im Aufbau Verlag.
Die Begründung der Jury
„Ein Mann verliert seine Sprache, seinen Gleichgewichtssinn: Er verliert langsam sich selbst. Körper wie Geist sind nicht nur erschöpft, sondern krank von der Arbeit. Es ist der Vater der Erzählerin, die für ihn sorgt. Sie wiederum verliert ihre Haare, verliert ihre Kraft und ist angesichts des möglichen Verlusts der eigenen Sprache besorgt. Über diese Sorge tritt sie in Dialog mit einem ChatBot. Ihr neugeborenes Kind, das sie zum Vater legt, wird bald anfangen zu sprechen, sich das Sprechen erobern, das dem Großvater durch seine Parkinsonerkrankung abhanden ging. Die Erzählerin kümmert sich um beide. Sie arbeitet und hält doch inne.
„... ein ebenso analytischer wie einfühlsamer Text ...“
Jurystatement
Chronik der Preisträger:innen
2024
Frank Witzel
Die Möglichkeit einer Micky Maus
2023
Judith Schalansky
Schwankende Kanarien
2022
Volha Hapayeva
Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils
2021
Marion Poschmann
Laubwerk
2020
Kathrin Röggla
Bauernkriegspanorama
2019
Thomas Stangl
Die Toten von Zimmer 105
2018
Petra Piuk
Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman